——
— —
233
um ihr Lächeln zu gewinnen, und dann iſt noch ein Dritter, ein ſehr großer Mann, fürwahr, der, wenn er ſie zu vergeben hätte, die Welt drum geben würde, um ſie ſich treu zu erhalten.“ ⸗
„Da kommt einiges neue Scandal von unſerem tugendhaften Hofe,“ ſagte Rowley, indem er ſeinen Gefährten zurückte.„Was für Edelleute ſind denn das, die Deiner Dulcinea nachſtellen? Sind es Spitzbuben am Hofe oder außer dem Hofe, inländiſche oder aus⸗ ländiſche— ſprich!“ 3
„Oh, ſie ſind berüchtigt in allen Stücken, in denen irgend eine Schurkerei ſteckt,“ erwiederte der Geflüchtete. „Heute ſind ſie für den König und den Hof, aber was ſie morgen ſein werden, hängt vom Wind und Wetter ab. Doch ſollen ſie gute Köpfe haben, und man ſagt ihnen nach(dies kann übrigens falſch ſein), daß ſie die Söhne von zwei berüchtigten Wüſtlingen, den Lords von Buckingham und Rocheſter ſeien.“
„Schurke, Du lügſt!“ riefen Wilmot und Villiers zugleich, indem ſie auffuhren und die Hand an's Schwert legten.
„Ruhig, meine Herrn!“ befahl Rowley, herzlich lachend.„Und Ihr, Herr Soldat, haltet Eure chole⸗ riſche Tapferkeit im Zaum, wenn ich Euch ſage, daß dieſe würdigen Squires im Dienſte der beiden großen Lords ſind, und dieſelben über Alles auf Erden und im Himmel hochſchätzen und lieben.“
„Oh, ich ſchloß von ihrem Ausſehen, daß ſie nichts
Beſſeres ſein könnten,“ ſagte der Offizier mit Gering⸗
ſchätzung und warf ſein halbgezogenes Schwert in die Scheide zurück.
„Setzt Euch nieder, Herr, und trinkt auf's Ver⸗ geſſen aller Unfreundlichkeit,“ rief Rowley.„Gott's Fiſch! er nimmt mich ſcharf genug beim Worte! Aber bitte, von was für einem großen Manne ſprecht Ihr da und wie heißt Eure Dame, daß wir ein Glas auf Ihre Geſundheit trinken können?“


