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armten und verſicherten, die beſten Freunde im Leben zu ſein.
An die Nüchternheit und den ſtrengen Sittenan⸗ ſtand gewohnt, die zu St. Omer eingeſchärft wurden, trieb beinahe jedes Wort, das er hörte, ein Erröthen auf Mervyns junge Wangen und er ſaß da, ſtaunend und horchend wie ein unſchuldiger Schäfer, der zufällig zu den Orgien von Satyren gerathen war. Die freien Anſichten, die über alle Gegenſtände geäußert wurden — Weiber, Religion, menſchliche und göttliche Geſetze — machten, daß ſeine Ohren vor Scham klingelten; aber dennoch lag eiwas unglücksvoll Bezauberndes in der zügelloſen Lebhaftigkeit dieſer Zechbrüder. Rowley ſchien ein Mann von vielem Humor zu ſein; in Allem, was er ſagte, lag eine ſatyriſche Tiefe, die eine lange Bekanntſchaft mit den Menſchen beurkundete, und ſeine zwei Gefährten waren augenſcheinlich Männer von großen Talenten und glänzendem Witze. Aber auch dieſe beiden zeichneten ſich durch große Schatten des Charakters aus. Wilmots Witz war bitter und miſan⸗ tropiſch, zu Zeiten düſter und dann wieder auf'’s Aeu⸗ ßerſte lüderlich. Des Villiers Witz hingegen mehr funkelnd und ehrgeizig, als boshaft, aber öfters außer⸗ ordentlich ſarkaſtiſch, beſonders wenn er ſich mit Wil⸗ n einließ, der mit ihm in beſtändigem Scharmützel and.
Mervyn glaubte aus verſchiedenen Anzeigen ſchlie⸗ ßen zu dürfen, daß dieſe Geſellen von höherem Range ſein müßten, als ſie vorgaben, und Rowley maßte ſich eine Art Oberherrſchaft an, der ſich alle Andern zu ſchmiegen ſchienen. Indeſſen war er empört über die Gottloſigkeit und Blasphemie, in deren Kundgebung alle einen Stolz zu ſetzen ſchienen. Aber Rowley ſuchte fortwährend des Jünglings Scruppel in Ge⸗ lächter und Wein zu erſäufen. Umſonſt widerſtand
er; er wurde als ein Milchſuppenmaul verſpottet und Whitefriars. I. 15


