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jemals ſeine Religion oder ſeine Freunde verrathen habe.“
1„Seid Ihr der große Räuber?“ rief Mervyn. „Dann ſchlage ich mich zu Euch. Denn ſo oft er auch ſagen mag, er ſei mein Oheim, ſo ſind mir Räuber doch näher verwandt als er.“
„Ich bin ſtolz darauf, Eure Bekanntſchaft zu ma⸗ chen, tapferer Duval!“ ſagte Rowley, nach einer kur⸗ zen Pauſe.„Hier iſt meine Hand, ich habe ſchon lange gewünſcht, Euch zu ſehen, denn von allen Schel⸗ men in England ſeid Ihr der einzige, der wie ein Mann aufzutreten wagt.“ 4
„Ja, ſo ſage auch ich,“ rief Wilmot;„deßwegen laßt uns alle freundſchaftlich und gefällig ſein, Mann; ihr ſeid in der That der einzige ehrliche Räuber von uns allen?“
„Aber, mir däucht, Ihr thut Eurem Freunde, dem Oberſt Unrecht,“ ſagte Rowley.„Er führte Euch als einen luſtigen Geſellſchafter bei uns ein und wenn Ihr ſo ſehr ein Gentleman ſeid, ſo ſolltet Ihr unſer Gelag nicht mit Privathändeln ſtören. Wie, Mann, ich war einer von der Jury, die Lord Aumerle für einen Selbſt⸗ mörder erklärte und wir thaten's auf vollkommene Be⸗ weiſe hin. Ich ſah mit meinen eigenen Augen, daß es keinem Menſchen möglich war, hineinzukommen, um ihn zu morden; es waren drei maſſive verriegelte und verſchloſſene Thüren da, mein Freund, und wenn nicht der Oberſt zum Schlüſſelloch hineinkriechen konnte—
„lleberdieß,“ fiel Wilmot ein,„wofür ſollte er ihn ermorden, wenn er die Arbeit ſeines Dolches nur dem Beile des Scharfrichters zu überlaſſen brauchte?“
„Es iſt ein Glaube, den ich über mein Sterbe⸗ ſtündlein hinaus nicht aufgeben werde,“ ſagte Claude mit einer melancholiſchen Stimme und indem ihm die Thränen in den Augen ſtanden.„Aber ihr Herrn, wie Ihr ſagt, es iſt kein Beweis da— und jeder Mann


