Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

218

in dieſem Augenblicke auf ſeinem Stuhl herum, in ei⸗ nem Anfall von Lachen, ſo durch die Bemerkung eines der Gäſte, eines ſchlanken, muskulöſen Mannes von dunkler Geſichtsfarbe, in ſchimmernder Livree verur⸗ ſacht worden war. Dieſem zunächſt ſaßen zwei zierliche Herren, die abgenutzten Schwelgern aus der Stadt ähnlich ſahen, aber beide waren hübſche, wohlgebildete Männer, deren vornehme Manieren ſeltſam mit ihrem ſchäbigen Ausſehen abſtachen. Da war ein Vierter, deſſen glänzender Aufzug Mervyns Aufmerkſamkeit au⸗ genblicklich auf ſich lenkte. Es war ein ſchöner, keck ausſehender Cavalier, nahe an den Vierzigen, mit lan⸗ gem, lockigtem Haar, einem Schnurr⸗ und Kinnbart nach dem neueſten Schnitte. Sein Anzug war militä⸗ riſch, obgleich nicht gerade die Uniform irgend einer Kriegsmacht. Er trug blaue, aufgeſchlitzte Beinkleider, hohe Stiefeln und einen reich beſetzten Scharlachrock, einen fein gearbeiteten Halskragen, Juwelenringe an ſeinen Fingern und einen aufgeſtülpten Hut. Ein lan⸗ ges Schwert mit einem Korbgefäße hing an einem Stahlgehänge von ſeiner Seite und ein paar Piſtolen lagen auf ſeinem Mantel zur Hand.

„Wie! etwas neues zu unſerer Geſellſchaft?“ rief der Herr in Livree.

„Ja, wahrhaftig und eine hübſche Zugabe, alter Rowley,“ verſetzte Blood.„Mein Neffe, ihr Herrn, gerade aus der Fremde angekommen.“

„Wie! hat er ſeine Sohlen in den Niederlanden abgekühlt, im Davonlaufen vor den Franzoſen?“ ſagte einer der Schwörbrüder.„Oder iſt er beim Italiener geweſen und hat die Kunſt ſtudirt, die Gurgeln wiſ⸗ ſenſchaftlich abzuſchneiden?“

„Nein, er iſt kürzlich in Frankreich geweſen, Saint Wilmot,“ erwiederte der Oberſt.

„O, ich verſtehe— zu Paris, um unter Brinvil⸗ liers das Vergiften zu ſtudieren?“ verſetzte Wilmot.

„Bei der heiligen Meſſe, nein, er ſieht aus wie