Achtzehutes Kapitel. Ein königliches Gelage.
Nachdem ſie Prances Haus verlaſſen hatten, nahm Oates ſeinen Weg dem Fluſſe zu, wo er einen Sculler miethete und den Bootleuten befahl, ſie nach White⸗
friars zu führen und in Waterlane zu landen. Mer⸗
vyn war natürlich mit dem üblen Rufe dieſes Ortes unbekannt, wenn er es aber auch nicht geweſen wäre, ſo war Oates keineswegs geneigt, ſich um ſeine Mei⸗ nung darüber zu bekümmern. Dennoch kam es ihm vor, als ob er noch nie einen Platz geſehen hätte, ge⸗ neigter, den Abſchaum einer unordentlichen, ſtürmiſchen
Volksmenge, die Cloake der Verbrechen und des Elends
einer großen Stadt aufzunehmen.
Die Einfahrt zu Waterlane war durch ein roh gehauenes Kreuz von Stein bezeichnet, welches die Grenzen des Heiligthums abmarkte, und woran bei Tag und Nacht einer der Whitefriars*)(wie man die Flüchtlinge nannte) Schildwache ſtand, mit einem Horn und ſeinem Gürtel, um das Zeichen zu geben, unter's Gewehr zu treten, wenn irgend einige Gerichts⸗ diener ohne Militärbekleidung ſich zeigten(was ſelten geſchah) und ſodann die beabſichtigte Beute in Sicher⸗ heit zu bringen. Whitefriars oder Alſatia, wie man es in dem Kauderwelſch des Tages nannte, hatte un⸗ ter Carl II. als ein Schutzort für alle Arten von Verbrechen und geſetzwidrigen Schurkereien, ſeine höchſte Blüthe erreicht. Flüchtige Schuldner, Mörder und Räuber, ſchlechte Mannsperſonen und Weibsbilder von jeder Schattirung des Laſters hatten *½) Whitefriars— weiße Moͤnche.
Anmerk. d. neberſ.


