Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
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von mir erhalten, ohne mich vorher des Lebens zu be⸗ rauben..

Der Earl öffnete unter dieſen Reden eine Schrift, und der kleine Mervyn, der nun ſeinen Schrecken ver⸗ loren hatte, ſaß ihm auf dem Schooße, während er ſie vorlas und ſpielte mit einem Miniaturbilde, das an ſeiner Bruſt hing. So aufgeregt auch Aumerle war, ſo las er doch in einem tiefen, verhaltenen halblauten Tone, als ob er fürchtete, daß der Inhalt einem Hor⸗ cher zu Ohren kommen könne, wozu jedoch geringe Veranlaſſung vorhanden zu ſein ſchien, da ſie Talbot, als er ſie verließ, drei Thüren hinter ſich hatten zurie⸗ peln hören. Dieſer, hie und da von des Earls Er⸗ äuterungen unterbrochene, Inhalt, lautete folgender⸗ maßen:

Mylord Aumerle!(denn ſo, Claude, redet mein zärtliches und treues Weib ihren gefangenen Ehegemahl an) Mylord Aumerle!

Nicht ohne die ſchmerzlichſten Gefühle und manchen Zweifel in meine eigene Klugheit, ſchreibe ich Euch noch einmal und das letztemal: Aber ich gehorche denen, die ein Recht haben, dieſe Gefälligkeit von mir zu ver⸗ langen.(Ja wahrlich! der Schurke Howard, oder der ehrliche Herr Blood). Ich ſchreibe dieſe Zeilen nicht, Mytord, um abzuläugnen, daß Ihr in den Augen der Welt ein tief gekränkter Mann ſeid und daß ich es war, die Euch Unrecht that; aber in wiefern dieſes Urtheil gerecht iſt, weiß Euer eigenes Herz am beſten Ihr, der Ihr unterſtützt von einem Vater, deſſen Grauſamkeit ich nicht länger vor dem Richterſtuhle, vor dem er bereits erſchienen iſt, anzuklagen brauche, mich aus den Armen des einzigen Mannes, den ich je⸗ mals liebte, geriſſen hatte, um mich eine verabſcheute Stelle in den Eurigen einnehmen zu laſſen. Ebenſo wenig ſchreibe ich deßwegen, um Euer Mißgeſchick da⸗ mit zu höhnen, daß ich, der von Euch ſo großes Un⸗ recht widerfahren, nun ſo gewiß Euer Schickſal ent⸗