Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
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hende Thüre führte in ein zweites Zimmer, in welchem ein hohes mit reichgeſticktem carmoiſinfarbenem Da⸗ maſte behangenes Bett erſchien. Auch dieſes Zimmer war durch ein Gitterfenſter erleuchtet, mit der Aus⸗ ſicht auf Zinnen und Häuſergiebel bis zum Strome hinunter, der darüber hervorglänzte.

Mylord, ſagte Edwards,hier iſt einer von Euren Dienern, der, wie ich hoffe, Euch erfreulichere Neuigkeiten bringt, als Ihr zu hören gewöhnt ſeid.

Der Gefangene fuhr aus ſeiner gedankenvollen Stellung auf; und legte in der erſten Ueberraſchung ſeine Hand auf die Stelle, wo ſein Schwert geweſen ſein ſollte; beſann ſich jedoch im Augenblicke, lächelte und ſprach, mit einem zufriedenen Tone:

Biſt Du es, alter Talbot? Mich freuts, Dich wohl aufzuſehen, denn wahrlich wie die Welt jetzt geht, biſt Du ehrlicher als der Ungehenkten. Was ſagt Ihr? wer vergißt ſich ſelber ſo ſehr, daß er ſich meiner erinnert?

Euer getreuer Diener, Claude Duval, rief der Reiſende, indem er ſich auf's Knie warf und unter ſtürzenden Thränen die Hand küßte, welche der Earl, ihn aufzurichten, ausſtreckte.

Mein guter Duval! Ihr habt kein Gras wach⸗ ſen laſſen unter Eures Roſſes Hufen, ſagte der Ge⸗ ſangene begierig.Aber wo iſt mein wo iſt das

ind? Dies iſt der kleine Mervyn, Mylord, ſagte Claude, indem er bei Seite trat und den Knaben vor⸗ zeigte, der ſich an ſeinen Mantel hing und mit ſicht⸗ barem Schrecken um ſich blickte.

Es iſt ein liebliches Ding ich habe niemals einen italieniſchen Cherub geſehen, der ihm in Schön⸗ heit gleichkam! ſagte der Earl, während ſeine Mar⸗ morfarbe ſich glühendroth aufhellte.Komm hieher Kind ich will Dir nichts zu Leide thun.