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ward war, wie ich weiß, ihre erſte Liebe; und erſte oder zweite Liebe iſt ſehr ſchwer auszurotten Mr. Pe⸗ pys.— Aber ach! nun erinnere ich mich, ich verſprach Euch meine italieniſchen Veilchen auf der ſüdlichen Terraſſe zu zeigen. Bitte, Sir John, mögt Ihr uns begleiten?“ „Nein mein Herr, ich muß meine Runde machen— Ihr wißt, es iſt jetzt die Stunde,“ antwortete er mit erheuchelter Heiterkeit;„ich darf Mr. Pepys und Mylady ruhig beiſammen laſſen, obgleich die Zeiten nicht ſo tugendhaft ſind, daß ein Mann ſeinem eigenen Bruder trauen ſollte— aber Mr. Pepys iſt verhei⸗ rathet und ich könnte mich rächen— Ha, ha, ha!“ „Ha, ha, ha!“ ſchallte es aus dem Munde des Gaſtes zurück, der nun aufſtund und der Lady mit höſiſchem Anſtande Mantel und Hut anlegen half. „Aber das wär eine ärmliche Revanche, Sir John, Angeſichts des überaus großen Vorzuges, den Eure Gemahlin vor der meinigen an Schönheit hat!“ Dann bot er ihr mit tiefer Verbeugung ſeinen Arm, nahm ſeinen Federnhut in die Hand und lief, während Lady⸗Lieutenants weiße Hand auf ſeinem Sammtärmel ruhte, den Corridor hinab. 3 Sir John blickte ihnen einen Augenblick nach, mit erheucheltem Scherze ein Fäuſtchen gegen ſie machend; dann warf er ſich mit einem tiefen Seufzer in ſeinen Stuhl, als ſein Blick plötzlich auf die bewegungsloſe Geſtalt, des hinter ihm ſtehenden Schließers fiel. Er verſuchte alsbald zu ſingen, aber mit ſo geringem Er⸗ folge, daß er, ärgerlich über ſeine ſchlechte Muſik, den Burſchen einen müßigen, herumlümmelnden, aufpaſſen⸗ den Schurken zu ſchimpfen anfing; und nachdem er ihm befohlen hatte, die Speiſen hinwegzunehmen, ver⸗ ließ er das Gemach, anſcheinend, um ſeinen Pflichten in der Veſte nachzukommen, in Wahrheit aber, um ſich längs des Corridors zu einem kleinen Fenſter hinzu⸗


