Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
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ſelben Freimüthigkeit eine Traube, der Lieutenant je⸗ doch, als ob er der Laune überdrüſſig wäre, forderte plötzlich Edwards auf, voranzugehen. Claude nahm den Jungen in ſeine Arme, wo er noch unter vielen Lobpreiſungen ſeiner Schönheit von der hübſchen Wir⸗ thin ſelbſt geküßt wurde. Edwards ließ ſich den Schlüſ⸗ ſelbund vom Schließer einhändigen und führte das Kind und Claude hinaus, wobei ſich der Letztere mehr gegen die Lady als gegen ihren mächtigen Herrn verbeugte.

Na, Mr. Pepys, das iſt ein ganz anſtändiger Mann für ſeinen Beruf, hub die Lady an.

Fürwahr, Madame, der Spitzbube lauert ſo deut⸗ lich in ſeinen Augen, als ich dies je bei einem Unauf⸗ geknüpften ſah, erwiederte der Cavalier, während er ſorgfältig einen Apfel ſchälte.Aber nun erlaubt mir, edle Frau, Euch ein ſüßes Exemplar der üppigen Frucht zu überreichen, welche die Frau Eva in Verſuchung brachte fürwahr ein Liebesapfel!

Dieſer Claude Duval wird ſo gewiß an den Strick kommen als ſein Herr unter das Beil, fiel Sir John ein, ſich erhebend und haſtig auf und ab laufend.Der Galgenvogel ſteht ihm an der Stirne geſchrieben.

Dann wird es aber meiner Treu für ein Ver⸗ gehen geſchehen, das ebenſo viel Luſtigkeit als Bosheit in ſich hat, verſetzte ſchalkhaft fein Weib.Doch was ſagt Ihr dazu, Mr. Pepys?

Aber iſt es denn gewiß, daß Lord Aumerle auf den Block kommt? ſagte Mr. Pepys, ſtatt jeder wei⸗ tern Antwort ausdrucksvoll lächelnd.

Ohne Zweifel, ſobald die Londoner ein Schlacht⸗ opfer brauchen, oder der Hof ein Friedensopfer, ant⸗ wortete Sir John.Er hat drei mächtige Feinde ſeine Religion, ſein Weib und ſich ſelbſt.

Sein Weib! wiederholte Pepys im Tone ent⸗ ſchiedener Ungläubigkeit, als ob das Ding durchaus unmöglich wäre.