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„Allein, Euer Ehren?“ ſagte Edwards mit einem zweifelhaften Blick.
„Ja, allein. Weßhalb nicht?⸗ verſetzte Sir John, ſeine Ehefrau ſcharf anſehend.„Der Befehl lautet wört⸗ lich ſo. Wenn es Fuchs und Gans wären, ſo würde man allerdings übel daran thun, ſie einen Augenblick bei einander zu laſſen.“
„Bringt das Kind hieher, Mr. Duval,“ ſagte die Lady, bei der letzten Bemerkung höhniſch lächelnd.„Ich möchte ihm gerne einige Früchte und einen Fingerhut voll Sherri⸗Wein geben, wenn ſein bäueriſcher Gau⸗ men ſolch' ungewohnte Delikateſſe ertragen könnte.“
„Das kann er und recht gern obendrein,“ ant⸗ wortete Claude.„Und wenn der Becher einen Ge⸗ danken tiefer wäre, ſo würde ich demüthig um die Er⸗ laubniß bitten, einer ſo ſchönen Lady Wohl trinken zu dürfen.“
„Du biſt ein kühner Burſche,“ bemerkte hier Sir John mit einem Blicke voll Argwohn.
„Du ſollſt ihn haben, weil Du den Muth hatteſt, darum zu bitten,“ fuhr die Lady fort, indem ſie gegen ihren Gemahl etwas ſpöttiſch lächelte.„Mr. Pepys, habt die Güte, das hohe Kelchglas neben Euch mit Burgunder zu füllen und dieſem guten Burſchen zu geben, damit er unſer Wohl trinke.“
Der Cavalier kam dieſer Aufforderung ungeſäumt nach und Sir John, der ſich in ſeinen Armſtuhl warf, fing an Nüſſe zu knacken und ein Lied zu ſummen, in⸗ dem er ſich ſtellte, als ob er gleichgültig auf den Fluß hinausſehe. Unterdeſſen nahm Claude ſeinen Becher mit einem Schwall von franzöſiſchen Complimenten und leerte ihn auf das Wohl der Lady⸗Lieutenant bis zur Nagelprobe. Der Knabe folgte ſeinem Beiſpiele nach und lachte, als er ſein kleines Glas un derſitze, wie im Bewußtſein des Spaſſes, mit einem chmatzen der Lippen, das ein ſchwaches Echo von dem Duval's war. Er empſing aus den Händen der Lady mit der⸗


