von Eurer Lebensart redet, ſo muß ich geſtehen, daß es eine Bauern⸗Manier iſt, Euren Gaſt ſo lange bei einem leeren Becher ſitzen zu laſſen,“ verſetzte die Lady, mit einem Lächeln gegen ihren Gaſt, der ſich verfärbte, auch lächelte und ſeine Halskrauſe in Ordnung brachte.
„Nein, ich fragte nur, ob Ihr die Aehnlichkeit zwiſchen Lord Aumerle und dieſem ſeinem ungeſetzlichen Abkömmling bemerktet?“ antwortete der Statthalter, ſich in die Lippen beißend.
„Lord Aumerle iſt ein Mann von äußerſt edlen und höflichen Manieren,“ antwortete die Dame, deu Jungen gleichgültig anſchauend.„Bei Gott! da iſt Aehnlichkeit genug, um die Sache vor jedem Gericht des Landes auszufechten. Aber das Kind iſt hübſcher und hat ein fröhlicheres Auge. Was haltet Ihr davon, Mr. Pepys?“
„Ich ſah ſeine Lordſchaft blos einmal und auch da nur für einen Augenblick durch ein eiſernes Gitter,“ war die Antwort dieſes Herrn. 3
„O Pfui, Mr. Pepys! Ich ſtehe dafür, Ihr habt ihn oft genug geſehen in der Königin katholiſcher Ka⸗ pelle, wohin Ihr wie die Leute ſagen, nicht ſo ſelten kommt, als es ſich für die Zeiten geziemt,“ erwiederte die ſchöne Wirthin mit bedeutungsvollem Lächeln.
„Meiner Treu, verehrte Frau, das iſt eine ſchänd⸗ liche Lüge meiner Feinde,“ verſetzte Herr Pepys unge⸗ ſtüm, als ihn Sir John etwas unhöflich mit den Wor⸗ ten unterbrach:
„Nun ja, Monſieur Deville oder Duval oder wie heißt Ihr?— Wir wollen uns gegen den Grafen hie⸗ rin einmal nachſichtig erweiſen. Merkts Euch, nur einmal. Wo iſt der Mann, der Euch hieher führte? Oh, Edwards,“ ſetzte er hinzu als der Alte hinter ei⸗ nem vergoldeten Schirm hervortrat,„nehm' die Schlüſ⸗ ſel zu Lord Aumerles Gemach und führe dieſen Herrn zu ihm. Schließe ſie eine Stunde mit einander ein— nicht länger.“


