Dublin angeklagt, im Tower gefangen ſitzt, den Zutritt zu geſtatten. Euer Ehren werden ermeſſen, ob meine Angabe übereinſtimmt?“
„Vollkommen. Ihr ſagt, Ihr heißet Claude Du⸗ val?“ bemerkte Sir John, indem er ſeinen Bart mit gedankenvoller Miene ſtrich.
„So habe ich die letzten dreißig Jahre hindurch gehört.“
„Diener Mervyns, Lord Aumerles?“
„Gentleman im perſönlichen Dienſt des Grafen Aumerle,“ antwortete der Fremde mit Würde.
„Und dieſes Kind?“ fragte Sir John.„Der Ge⸗ heimrathsbefehl erwähnt ſeiner nicht. Wer iſt es und weßhalb iſt es hier?“—
„Mir däucht, Euer Ehren werden einen Gefan⸗ genen den elenden Troſt nicht verſagen, ſein einziges Kind zu ſehen,“ antwortete Claude ſchmeichelnd,„und darum bin ich ſo frei geweſen und brachte es auf meine eigene Verantwortlichkeit mit.“
„Da irrteſt Du Dich ſehr Burſche,“ verſetzte der Statthalter ſtreng.„Meine Befehle lauten entſchieden. Der Graf iſt verhaftet wegen einer Anklage, bei der es ſich um den Kopf handelt; und ich hörte nie, daß er einen Sohn habe.“
„Nicht von ſeiner Gemahlin, gnädiger Herr,“ er⸗ wiederte Claude lebhaft,„und darum habe ich ihn in's geheim mitgebracht. Ich beſchwöre Euch, Sir, verſaget meinem Herrn nicht die einzige Freude, die er ver⸗ muthlich auf dieſer Erde noch haben wird!“
„Sein natürlicher Sohn, ſagt Ihr?“ fragte der Statthalter bedächtlich.„Fürwahr, er ſieht ihm ähn⸗ lich genug. Was ſagt Ihr, Mylady?“ ſetzte er hinzu indem er plötzlich in das Gemach zurücktrat und ſeine Gemahlin anredete, die mit dem Herrn an der Tafel, der ſich in verliebter Stellung zu ihr hinneigte, ein intereſſantes Geſpräch angeknüpft zu haben ſchien. „Was ich ſage, Sir John? Wahrlich, wenn Ihr


