Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

ſenheit und Kühnheit, ſowie durch einen reichen Schnurr⸗ und Backenbart, gewahrte er vor ſich. Dann fiel ſein Blick auf den Jungen, der etwa vier oder fünf Jahre alt zu ſein ſchien, und ihn, wie in Verwunderung, mit einem ſchönen, aber beſtürzten Auge anſtarrte. Das Kind war von zarter Geſtalt, aber groß für ſein Alter; ſeine Haut ausnehzmend weiß und ſeine Geſichtszüge ſchön, ſo daß man es nicht wohl Anders, als mit Theil⸗ nahme anſchauen konnte. Sein Haar war lang und fiel in braunen Ringlocken auf den Rücken herab. Es war ſehr bäuriſch gekleidet: denn es trug eine Art grauen Barchent⸗Rock, gelbe Socken und einen Hut mit breiter Krempe und einer bleiernen Schnalle.

Mit Gunſt Euer Ehren, meine Abſicht iſt am Beſten in dieſem Papier ausgedrückt, antwortete der Fremde auf Sir John's Frage. Der Lordlieutenant warf einen raſchen Blick auf das Sigel und nahm das Schreiben mit einem ſehr bedeutendenAha! in die Hand. Hierauf durchſchnitt er ſorgfältig das ſeidene Band, öffnete den Brief und las den Inhalt mit ern⸗ ſter und nachdenkender Miene. Unterdeſſen ſpielte der Gentleman an der Tafel mit der Quaſte ſeines Wam⸗ ſes und des Lordlieutenants Gemahlin muſterte des Fremden Perſönlichkeit und ſeinen Anzug mit Aufmerk⸗ ſamkeit.

Kommt hieher, ſagte Sir John an eines der Fenſter tretend;ich muß mit Euch eine kleine Eichung vornehmen, um zu ſehen, ob Ihr keine Contrebande in Euren Kielraum einſchmuggeln wollt. Kennt Ihr den Inhalt dieſes Schreibens?

Ju etwas, antwortete der Fremde, des Lord⸗ lieutenants forſchenden Blick ruhig aushaltend.Es iſt ein Befehl Sr. Mafeſtät, Euer Ehren unterwürfigen Diener, Claude Duval, Gentleman im perſönlichen Dienſt des Lord Aumerle, zu dieſem ſeinem Herrn, der jetzt des Hochverraths und der Theilnahme an dem letzten Verſuche zur Ueberrumpelung des Schloſſes von