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mir, es iſt nicht unmöglich. Morbleu! wie einem nach zehnſtündigem Ritt die Füße wehe thun. Haſt Du nicht eine Ecke, in welche ich dieſes rauchende Stück Pferde⸗ fleiſch ſtellen könnte?“
„Im nächſten Hofe iſt ein Stall, in welchem ich es unterbringen will, ſobald ich Euch zum Lord⸗ Lieutenant geführt habe; meiner Anſicht nach übrigens iſt nicht ſehr zu befürchten, daß es davon lauft?“
„Trau keinem Pferd und keinem Weibe,“ antwor⸗ tete der Fremde, indem er die Zügel um eine vor⸗ ſpringende Eiſenſtange ſchlang.„Jetzt aber iſt es ſicher angebunden; gib mir das Kind und zeig uns den Weg, Gevatter.“
Der alte Mann that dies lächelnd, öffnete eine Thüre, und führte ſie in ein kleines Zimmer, das dem ringsherum liegenden militäriſchen Rüſtzeuge nach offenbar eine Wachtſtube war. Dann ſtiegen ſie eine ſchmale Treppe hinauf und betraten einen Corridor, der in weiter Perſpektive mit einer gewaltigen Flügel⸗ thüre endete. Auf dem Wege machte der alte Mann einen neuen Verſuch, ſeine Neugierde zu befriedigen und fragte den Fremden, ob er etwa einen der Ge⸗ fangenen im Tower beſuchen wolle und ob vielleicht in dieſem Falle einen von denen, die als in die letzte pa⸗ piſtiſche Verſchwörung zu Dublin verwickelt, ins Ge⸗ fängniß geworfen worden ſeien. Der Fremde antwor⸗ tete blos, daß ihm ſeine Botſchaft ſo lange unbekannt ſei, bis ihn Sir John davon in Kenntniß ſetze. Der Alte nickte bedeutungsvoll und ſagte nichts mehr, bis ſie zu der Thüre gelangten, an die er klopfte. Sofort erſchien ein großer Lakei, wechſelte mit dem Führer einige leiſe Worte und die Thüre that ſich auf. Da nahm der Reiter ſeinen Federhut ab, trat kühn in das Gemach vor und machte dem Lord⸗Lieutenant und ſeiner Geſellſchaft eine ehrerbietige Verbeugung.
Es war ein großes, viereckiges, reichlich meublir⸗ tes Zimmer mit zwei Bogenfenſtern, die auf die Themſe
Whitefriars. I. 2
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