Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
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waren. Er ſagte, der Lord⸗Lieutenant, Sir John Robinſon, ſitze mit einigen Freunden beim Abendeſſen und wenn die Geſchäfte nicht ſehr dringend ſeien, ſo dürfte es gerathener ſein, zu warten, bis Se. Ehren getafelt haben; einſtweilen bot er dem Fremden ein Stübchen Seckt und einen Stuhl beim traulichen Kamin⸗ feuer an, der für dieſe freundliche Güte mit etwas fremdartiger Mundart und Manier dankte und erklärte, daß ſeine Botſchaft ſofortige Erledigung erheiſche. Dann warf er dem alten Manne nachläßig die Zügel zu und ſagte mit einem legeren Ausdruck von Superiorität:

Sei ſo gut, Vater Graubart, und halt meinen Gaul am Kopfe, damit ich nicht ſtrauchle und meines Jünkerleins Schädel einſchlage und ſo eine Seele zu Grunde richte, die einſt, wenn ſie groß iſt, werthvoll ſein mag.

Was für ein Jünkerlein, guter Freund? Ich ſehe keines, antwortete der alte Mann.

So ſchau hierher; Du biſt alt, aber haſt Du je ein hübſcheres Geſchöpf geſehen? entgegnete der Rei⸗ ter, hob ſeinen Mantel auf, in deſſen warmen Falten, wie man nun ſehen konnte, ein kleines Kind ſich in Schlaf gewiegt hatte.

Biſt Du im Himmel geweſen und haſt Engelein geſtohlen? rief der alte Mann aus, die Schoͤnheit des kleinen Schläfers voll Bewunderung anſtarrend.

Nein, meiner Treu, wenn ich Alles ſagen ſollte, eher am entgegengeſetzten Orte, antwortete der Fremde trocken.Hillo mignon! c'est la reveillée! und er ſreißheit des Kindes blühende Wangen, bis es er⸗ wachte.

Und iſt dieſer hübſche Junge Euer Sohn? fragte der Tower⸗Bewohner, das Kind ſanft in ſeine Arme aufnehmend. 4

Es iſt nicht ganz ausgemacht, weſſen Sohn er iſt, Kamerad, verſetzte der Fremde, während er ſich leicht aus dem Sattel ſchwang,aber ich ſchmeichle