Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
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Fall, wo man ſich hinwenden muß, wenn man Ge⸗ ſchäfte mit ihm hat?

Biſt von drüben, über der See? mir däucht, Deine Sprache ſchmeckt etwas papiſtiſch, antwortete der Thorwart.

Wenn mein Engliſch gut genug iſt, um verſtan⸗ den zu werden, ſo bekümmre Dich weiter nicht darum, erwiederte der Fremde übermüthig.Wo nicht, ſo werde ich es wegen eines ſo armſeligen Burſchen nicht ver⸗ beſſern. Und nun mit Gunſt, laß mich hineingehen. Ich habe Geſchäfte mit Deinem Obern, die ſich nicht verſchieben laſſen.

Kennſt Du die Loſung, guter Freund? verſetzte der Thorwart, griff nach ſeiner Waffe und ſah Mann und Pferd mit einem Blicke an, in welchem ſich weder zu Gunſten des einen noch des andern ein beſonders freundliches Vorurtheil auszuſprechen ſchien.

Nein, aber ich bringe an Euren gnädigen Herrn einen Geimraths⸗Befehl, beſiegelt mit des Königs Pet⸗ ſchaft, den ich Sr. Ehren perſönlich einhändigen muß. Hier iſt Vollmacht genug, Kamerad. Und mit dieſen Worten zog der Fremde ein Papier hervor, das ſo, wie er angegeben hatte, adreſſirt war und das er dem Thorwart vor die Augen hielt.

Paſſirt! war die Antwort, und der Reiter, der ſeinem Pferde leicht die Sporen gab, zog zum Thore ein. Er ſah ſich nun in einem kleinen Viereck, das mit hohen Gebäuden umringt war, in welchen auch nicht eine menſchliche Seele zu hauſen ſchien. Das Klirren von den Hufen ſeines Pferdes jedoch erregte ſofort Aufmerkſamkeit. Ein alter Mann ſtreckte ſeinen Kopf oben zu einem vergitterten Fenſter heraus und nachdem er des Reiters Angabe über ſeinen Zweck ver⸗ nommen, erbot er ſich höflich, ihn zum Lord⸗Lieutenant zu führen.

Nun erſchien ein gut ausſehender Veteran, deſſen Wangen apfelroth, deſſen Haare aber beinahe weiß