Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
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ten in den reichen Farben des Sonnenuntergangs von

italieniſcher Pracht und waren im Sonntagsſchmucke mit unzähligen Fähnlein geziert, über welchen an der höchſten Spitze das rieſige Banner von England flat⸗ terte. Die große Glocke, welche die innerhalb der Feſtungsgrenzen Wohnenden zur Heimkehr aufzufordern pflegte, ehe die Thore geſchloſſen wurden, ließ ſich hö⸗ ren, und verſchiedene Perſonen, die ſich verſpätet hat⸗ ten, eilten ihnen zu.

Unter dieſen ſah man einen einzelnen Reitersmann, der matten Schrittes einherzog. Er ſaß auf einem

mächtigen Gaul, der urſprünglich von weißer Farbe

geweſen ſein mochte; jetzt aber war er ſchmutzig⸗braun und von Kopf bis zum Huf mit Staub und Straßen⸗ koth beſchmutzt. Das Geſchirr war nach der damali⸗ gen Mode ſtark und ſchwer und der Reiter ein großer, wohlgebauter Mann, der einen hohen Hut mit Federn, einen ſcharlachrothen Reiſemantel und große Courier⸗ ſtiefel mit langen Sporen trug. Sein UÜnterkleid, das eine Art von Livree aus orangefarbigem mit Silber beſetztem Tuche zu ſein ſchien, war ſichtbar, da er ſei⸗ nen Mantel über die linke Schulter hinabhing, als wolle er eine Art von Bürde verbergen, die er trug. Ein paar ſehr große Piſtolen oder richtiger geſagt Mus⸗ keten ſchmückten ſeine Halfter eine keineswegs über⸗ flüſſige Verzierung in jener unternehmenden Zeit, wo ſo vieleGentlemen ihr Leben als fahrende Ritter friſteten. Das ganze Ausſehen des Reiters war in der That das eines ſtolzen Dieners aus irgend einem adeligen Hauſe, nur trug er kein Abzeichen und der Theil der Bruſt, der gewöhnlich damit geziert iſt, war mit neuem Sammt ausgeſchlagen. Gleichwobl

übrigens war ſein Ausſehen ſo munter und kühn, daß der Thorwart, den er am Pförtchen anredete, achtungs⸗ voll ſeine Helebarde ſenkte.

He, Bruder! kannſt Du mir nicht ſagen, ob der Lord⸗Lieutenant im Tower iſt; und wenn dies der