Hunde und das zahme Reh. Ich wollte all' die Herrlichkeit der Reſtdenz, all' die Feſte und Bälle hingeben, wenn ich für immer dort im Walde leben könnte.—
Oskar hörte mit melancholiſchem Lächeln ihrer Schilderung zu. Doch plötzlich hielt Adele inne, als zufällig ſein Blick dem ihrigen begegnete. Eine holde Purpurröthe überfluthete ihr reizendes Ange⸗ ſicht. Sie fürchtete voll jungfräulicher Schüchtern⸗ heit, das Geheimniß ihres Herzens preisgegeben zu haben, das ſie zu einer ſolch beredten Lobpreiſerin des Waldlebens gemacht hatte.
Oskar war zu ſehr mit ſeinen eigenen Ge⸗ danken beſchäftigt, um die Verlegenheit der Schweſter zu bemerken. Ihr begeiſtertes Lob des Landlebens hatte einen Wiederhall in ſeinem Herzen gefunden.
— Du haſt Recht,— ſagte er— es war eine ſchöne Zeit. Wollte Gott, daß wir ſo viel von unſerm Vermögen retten, um ein kleines Güt⸗ chen zu erſtehn. Ich würde mit Freuden mein Leben in ſolcher Einſamkeit beſchließen und fern von der Welt und ihren Genüſſen leben.— — Aber nicht ohne mich.—
— Gewiß nicht, wir bleiben vereint.— 3 14*½


