Teil eines Werkes 
4. Band (1852) Feine Welt : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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den Verluſt Juliens hatte er männlich überwunden. Er verdammte eben ſo wenig die Gräfin, wie die Schwäche des weiblichen Geſchlechts überhaupt. Er entſchuldigte ſogar ihr Benehmen und fand daſſelbe durch die Umſtände einigermaßen gerechtfertigt. Hatte er nicht ſein Leben freventlich auf s Spiel geſetzt, nachdem er ihr das Geſtändniß ſeiner Liebe abgelegt? War er nicht ſelbſt Schuld an dem Schickſale, das er jetzt erdulden mußte? Julien gemeine Motive unterzuſchieben, konnte ihm nicht beifallen. Er ſelbſt dachte zu großherzig, um einen derartigen Verdacht aufkommen zu laſſen. Lieber maß er ſich jede Schuld bei, ehe er der Geliebten irgend einen Vorwurf machen wollte. Ihr Bild ſtand rein und unbefleckt vor ſeiner reinen Seele. Mit Wehmuth gedachte er der glücklichen Stunden, welche er in ihrer Gegenwart verlebt, und verzieh ihr all' die Schmerzen, die ſie ihm bereitet. Es war ein ſüßer Traum, den er geträumt, ſollte er dem holden Bilde zurnen, das ihn auf kurze Zeit beglüͤckt? Er glaubte Julien verſtanden zu haben. Sie konnte ihm ſeinen Mangel an Vertrauen nicht verzeihen. Er hatte

ihr das ſo nah bevorſtehende Duell verſchwiegen,

und dieſer einzige Umſtand erklärte und rechtfer⸗

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