Teil eines Werkes 
4. Band (1852) Feine Welt : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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Schon das erſte Wort iſt wieder eine Lüge, lachte der Künſtler.

Der Baron verneigte ſich bei dieſem zwei⸗ deutigen Kompliment und fuhr in ſeiner Erzäh⸗ lung fort:

Es mögen fünf und dreißig Jahre her ſein, daß ich zuweilen die Reſidenz verließ, um einige Tage auf dem Lande zuzubringen. Dort machte ich die Bekanntſchaft einer reizenden Frau, welche das Unglück hatte, einen dummen Teufel von Ehemann zu beſtitzen, der neben hundert Feh⸗ lern noch die Schwäche hatte, nicht einmal eifer⸗ ſüchtig auf das brave Weib zu ſein. Leonore, natürlich verſchweige ich den Zunamen

Welch' übertriebene Diskretion! ſpottete der Fürſt, der Vorfall iſt verjährt.

Vorſicht iſt die Mutter der Weisheit, erwiederte der Baron mit einem feinen Lächeln. Dies beweiſt die Geſchichte von dem jungen Pater, den ich kannte.

Der Baron glich, wenn er einmal im Erzäh⸗ len war, jenen kunſtreichen Bechern, wo ein einzi⸗ ger zwanzig kleinere enthält. Eine Geſchichte jagte die andere, eine Anekdote wurde ſogleich von einer