denden. Sein erlöſchendes Auge ſtrengte ſich an, die Züge wiederzuerkennen. Er hatte ſie erkannt trotz der Verwüſtungen, welche der jahrelange Kum⸗ mer angerichtet.
— Rebekka!— murmelte der Kranke und ſtreckte ihr die abgezehrte Hand entgegen, welche ſie mit ihren Thränen benetzte.
Ein Strahl der untergehenden Sonne beleuch⸗ tete das blaſſe Angeſicht des Sterbenden und im Lichte der Gnade ſtrahlte die unſterbliche Seele des Wucherers.
Draußen hatten ſich zehn Männer der jüdiſchen Gemeinde eingefunden, welche für den Kranken be⸗ teten. Dieſer hielt noch immer die wiedergefundene Schweſter bei der einen Hand, während Samuel die andere ergriffen hatte.
Die Geſchwiſter waren ſeit dreißig Jahren zum erſten Male wieder vereint und das Bild der Mut⸗ ter ſchaute mit den milden Augen ſegnend nieder.
Bernhard machte eine Anſtrengung um zu ſprechen.
— Dein Sohn?— flüſterte er, indem er auf Adolph Märtens ſchaute.— Samuel wird für


