Teil eines Werkes 
3. Band (1852) An der Börse : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
Einzelbild herunterladen

221

ſeine Lippen flog ein Lächeln des Spottes und Triumphs.

Noch eine zweite Verlobung hatte in dem Hauſe unvermuthet ſtattgefunden, die Herrn Werth neue Verlegenheiten zu bereiten drohte. Die ma⸗ gere Gouvernante hatte durch ihre vorſorgliche Güte das Herz des alten Onkels, welchen der Bankier einſt zu beerben gedachte, endlich gewonnen.

Heirathen ſtecken an, ſagte der alte Junggeſelle, indem er Herrn Werth eines Tages ſeinen Willen kund that. Ich habe daran ge⸗ dacht, für meine ſpätern Tage mir eine Pflegerin zu geben. Thereſe iſt ein ganz vortreffliches Ge⸗ ſchöpf und ſorgt für meine Geſundheit mit einer zarten Aufmerkſamkeit, die ich belohnen will.

Aber lieber Onkel! ſtammelte der Ban⸗ kier verwirrt.

Ich hoffe, daß du nichts dagegen einzu⸗ wenden haſt, bemerkte der Alte mit einem lau⸗ ernden Seitenblick. Natürlich muß ich Dich bitten, mir über die Summen Rechnung abzulegen, die ſich in Deiner Verwahrung noch befinden. Es geſchieht nicht aus Mißtrauen wie Du weißt, ſon⸗