Teil eines Werkes 
3. Band (1852) An der Börse : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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Lazarus dieſelbe doch gegen keinen Pallaſt der Welt vertauſcht, denn Frau Märtens ließ es ihm an keiner Bequemlichkeit des Lebens fehlen und ſorgte für ihn, als ob er ihr nächſter Anverwandter wäre. Boshafte Zungen neckten deshalb den alten Lazarus und frugen ihn nicht ſelten, ob er nicht bald die ehrſame Wittwe heirathen und ſein Junggeſellenleben aufgeben würde, aber in dieſem einen Punkte verſtand der Makler keinen Spaß und blickte den Frager ſo eigenthümlich mit ſeinen ſcharfen blauen Augen an, daß Niemand ihn zum zweiten Male darum beläſtigte.

So viel aber ſtand feſt, daß Herr Lazarus ſeine Wirthin überaus hochſchätzte und verehrte. So weit ſeine nicht all zu bedeutenden Mittel reich⸗ ten, unterſtützte er auch die brave Frau, und nur durch ſeine Vermittelung hatte ihr einziger Sohn eine Stelle auf dem Komptoir des Herrn Werth erhalten, einen Poſten, zu dem ſich die Söhne der reichſten Kaufleute drängten und für den mancher Vater noch Geld zugezahlt hätte. Adolph Märtens verdiente aber auch wirklich den Vorzug vor allen ſeinen Mitbe⸗ werbern, denn es gab wohl kaum in der Reſidenz einen geſitteteren und fleißigeren jungen Mann, als