Teil eines Werkes 
3. Band (1852) An der Börse : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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Einer nach dem Andern den verödeten Börſenplatz, wo ſie weder Geſchäfte noch Unterhaltung länger zu finden hofften.

Nur der Wahnſinnige kauerte noch immer auf dem harten Stein, bis auch er ſich endlich⸗ erhob und in ſeine dunkle Kammer ſchlich.

Der alte Lazarus ſchritt trotz ſeiner Jahre, wacker darauf zu. Faſt Jedermann kannte und grüßte das Original. Um nicht immer wieder zu grüßen, hatte er die Gewohnheit angenommen, im Sommer wie im Winter ſtets ſeinen breitkrämpigen Hut, den er zärtlich ſchonte, in der Hand zu halten und nur mit dem grauen Kopf freundlich zu nicken. Erſt als er die Treppe zu ſeiner Wohnung hinauf⸗ ſtieg, vergönnte er ſich von Zeit zu Zeit auszu⸗ ruhn, denn das Steigen fing ihm nach gerade an, beſchwerlich zu fallen. Er wohnte auch viel zu hoch für ſeine alten Beine. Im dritten Stockwerk hatte er eine Stube und ein Schlafkabinett von Madam Märtens, einer würdigen Kaufmanswittwe gemiethet, welche ſich ſeit dem Tode ihres Mannes kümmerlich von ihrer Händearbeit ernährte. Trotz der mannigfachen Uebelſtände, welche mit ſeiner kleinen Wohnung verbunden waren, hätte Herr