Teil eines Werkes 
3. Band (1852) An der Börse : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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beſtimmten Stunde ein täglicher Gaſt, den kein Menſch weiter beachtete. Im Regen und Sonnen⸗ ſchein, bei Sturm und Ungewitter harrte er ruhig und anſcheinend theilnahmlos auf ſeinem Platze aus. Nur zuweilen blitzte ſein erloſchenes Auge, als wäre das Licht der Vernunft in dem zerſtörten Geiſt auf einen flüchtigen Augenblick zurückgekehrt.

Niemand kümmerte ſich weiter um den Un⸗ glücklichen und die Menge ging theilnahmlos an ihm vorüber, als wäre er auch nichts mehr, als der lebloſe Stein, an dem er kauerte. Nur ein Mann empfand ſo oft er den Wahnſinnigen er⸗ blickte einen Schauder, den er vergebens zu be⸗ kämpfen ſuchte. So oft Herr Werth dem Ver⸗ rückten begegnete, zuckte er zuſammen als wäre er auf eine Schlange getreten. Dieſer ſchien aber von der Anweſenheit des Banquiers eben ſo wenig Notiz zu nehmen, als von allen Uebrigen, trotzdem er mit demſelben lange Jahre auf einem und dem⸗ ſelben Komtoir gelebt hatte.

Nur heute erhob er ſich ein wenig von ſeinem Sitz als der reiche Handelsherr im Gefühle ſeines Triumphes ſtolz und ſicher an ihm vorüberſtrich. Das Auge des Wahnſinnigen haftete einen Mo⸗

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