Teil eines Werkes 
3. Band (1852) An der Börse : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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Vaterſtadt zurück. Man wußte nicht, durch welche Urſachen der Geiſt des hoffnungsvollen jungen Mannes zerrüttet worden war. Anfänglich zeigte er nur eine tiefe Melancholie, welche ihn alle Menſchen fliehen ließ, erſt ſpäter entwickelte ſich bei ihm der Wahnſinn. Er wurde von ſeinen nicht allzuwohlhabenden Anverwandten einer Irren⸗ anſtalt übergeben, aus welcher er nach einem Jahre als unheilbar entlaſſen ward. Da ſeine Krankheit unſchädlich war, ſo ließ man ihn ungehindert und frei umhergehn. Er beleidigte Niemand, meiſt ſprach er nur mit ſich ſelbſt, zuweilen jedoch redete er auch völlig Unbekannte auf der Straße an und rühmte ſich, im Beſitze eines unfehlbaren Mittels zu ſein, welches die ganze Welt beglücken könnte. Beſonders gern verweilte er in der Nähe der Börſe, die alte Gewohnheit und Geſchäftsluſt führte ihn immer von Neuem zu dem Schauplatz ſeiner ein⸗ ſtigen Thätigkeit. Die Polizei hatte ihn ſchon oft von dort entfernt, doch ſtets kehrte er wieder und hockte wie ein trauriges Wahrzeichen an einem der ſteinernen Pfeiler, welche das Gebäude rings um⸗ gaben. Da er Niemand ſtörte oder beleidigte, ſo ließ man ihn zuletzt gewähren. Bald war er zur