kund giebt. Man erzählt von einem Maler, der mit einem Pinſelſtrich ein weinendes Kinderantlitz in ein lächelndes verwandelte. Daſſelbe Wunder geſchieht auch hie an jedem Tage hundertmal. Die Stimmung wechſelt ſo ſchnell wie Sonnen⸗ ſchein und veen im April. Fragt man aber nach der geheimnißvollen Urſache dieſer erſtaunli⸗ chen Wirkung, ſo läßt ſich dieſelbe nicht immer mit Veſtimmtheit angeben. Sie liegt in der Luft, in den beſondern ennichen und atmoſphäriſchen Einflüſſen, welchen die Börſe vor Allem unterwor⸗ fen iſt. Beſonders machen ſich die elektriſchen Strö⸗ mungen geltend, welche von den Telegraphen aus⸗ gehn und wieder zurückgehn. Schnell und furcht⸗ bar, wie der Blitz, zuckt es jetzt von einem Ende der Welt bis zum andern und die größten Häuſer zittern vor dem vernichtenden Strahl, der oft aus heitrem Himmel niede erfährt. Nur wenig Auser⸗ wählte ahnen das Gewitter ehe es zum Ausbruch kommt und bergen ſich und das Metall, welches bekanntlich den Blitz anzieht, noch zur rechten Zeit. Kein Barometer kann die Schwankungen der Wit⸗ terung ſo fein anzeigen, als dieſe Kundigen die leiſeſten Zeichen an ihrem Himmel beobachten. Doch
Teil eines Werkes
3. Band (1852) An der Börse : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
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