Teil eines Werkes 
2. Band (1852) Die Chambregarnisten : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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der Einzige, der an Stürmers Unſchuld nicht zwei⸗ felte und das ganze Verbrechen der ränkeſüchtigen Gräfin und ihrer Verführung zuſchrieb. Wo er konnte, vertheidigte er den unglücklichen Freund. Der Geldverluſt, den er durch das Aufhören des Unterrichts im Hauſe des Geheimraths erlitten hatte, berührte ihn zum Glück nicht mehr. Er hatte ſein Probejahr bereits überſtanden und ein glän⸗ zendes Doktor⸗Examen abgelegt. Seine Diſſertation über die griechiſchen Partizipien, die Stürmer ſo oft beſpöttelte, war in der gelehrten Welt als ein ungewöhnliches Ereigniß begrüßt worden. Jener hochgeſtellte Mann, dem keine wiſſenſchaftliche Lei⸗ ſtung, keine Entdeckung, auf welchem Gebiete es auch immer ſei, entgeht, hatte auch Gottliebs Ar⸗ beit mit Vergnügen und Bewunderung geleſen. Durch ſeine warme Empfehlung und den Einfluß, den dieſer würdige Greis, deſſen Name in den fern⸗ ſten Welttheilen mit Verehrung und ſtaunender Achtung genannt wird, auf ſeinen königlichen Gön⸗ ner ausübte, hatte der arme Kandidat eine für ihn wahrhaft glänzende Stelle als Oberlehrer an dem⸗ ſelben Gymnaſium ſogleich erhalten, an welchem er bisher unentgeltlich Unterricht ertheilte. Zugleich