Teil eines Werkes 
2. Band (1852) Die Chambregarnisten : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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war Gottlieb Privatdocent an der Univerſität ge⸗ worden und hatte die beſte Ausſicht auf die nach⸗ 4 ſte Profeſſur.

Dooch das Alles freute ihn nicht. Er litt um Klara's Willen, die wie ein unerreichbarer Stern vor ſeinen Blicken ſchwebte.

Der Geheimrath ließ ſeine Gattin ruhig ge⸗ währen und ſeine Tochter ſo lange peinigen, bis ihn während der Tafel beim Kommerzienrath Meyer der Schlag rührte. Er wurde als Leiche in ſein Haus gebracht.

Wer ermißt den Schmerz der ungluͤcklichen Klara, welche an ihrem ſchwachen Vater die letzte Stütze verloren hatte und nun gänzlich der Will⸗ kür einer erbitterten Stiefmutter preisgegeben war!

Wallner war mit Hinterlaſſung einer bedeu⸗ tenden Schuldenlaſt geſtorben. Der geringe Witt⸗ wengehalt reichte nur zur Noth für ſeine Familie aus. Schon vor dem Begräbniſſe gab die Geheim⸗ räthin der Stieftochter zu verſtehn, daß ihre An⸗ weſenheit im Hauſe überflüſſig ſei.

Ein ſchwarzer Sarg, eine lange Reihe von Equipagen, unter denen die des Kommerzienrath

Meher die prachtvollſte war, langbeflorte Leichen⸗ Ring, Stadtgeſchichten. II. 18