heimräthin.— Das Verhältniß kann ihr ſchaden, wenn es ruchbar wird.—
Der Geheimrath ſprach mit Klara, welche ſich entſchieden gegen Benno Meyer, wie überhaupt gegen jede Verbindung ausſprach. 3
— Ich werde dich zu zwingen wiſſen!— drohte Wallner, nachdem Bitten und Ermahnun⸗ gen bei dem feſten Charakter des Mädchens nichts fruchteten.
Nun begann für Klara eine Zeit der furcht⸗ barſten Bedrückungen und Verfolgungen von Seiten der Stiefmutter, welche ihren verjährten Groll an ihr ausließ, da Wallner ſeine Tochter ihr gänzlich preis gegeben hatte. Nur die raffinirteſte Bosheit konnte dieſe täglich ſich wiederholenden Stecknadel⸗ ſtiche erſinnen, mit welchen das arme Opfer ſo lange gepeinigt werden ſollte, bis es ſich dem Willen der Eltern gefügt und die Hand des jungen Kaufmannsſohnes angenommen haben würde. Keine Phantaſie vermag dieſe täglichen und ſtündlichen Vorwürfe, ſtechenden Blicke und ſchneidenden Worte, blutigen Witze und giftigen Redensarten wiederzuge⸗ ben, welche die arme Klara zu erdulden hatte. Da⸗ bei wußte die gewandte Frau ſtets vor der Welt


