Teil eines Werkes 
2. Band (1852) Die Chambregarnisten : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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ſende Wohnung aufzufinden. Was er aber nicht länger zu ertragen vermochte, war der Hunger, der ſich mächtig in ihm regte. Seit dem frühen Mor⸗ gen, wo er zu ſeinem Kaffe eine Dreierſemmel ver⸗ ſpeiſt hatte, war er ohne weitere Nahrung herum⸗ geirrt. Kein Wunder alſo, daß ſich ein ziemlicher Appetit eingeſtellt, der jeden andern Gedanken, ſelbſt den an eine möhlirte Stube, zu verdrängen im Stande war. Das Ziel aller ſeiner Wünſche blieb in dieſem Augenblick ein ſolides Speiſehaus. Nach dieſem Eldorado eines hungrigen Magens brauchte er nicht ſehr lange zu ſuchen. Die Reſidenz iſt reich⸗ lich mit derartigen Wohlthätigkeitsanſtalten ge⸗ ſegnet, wo man für fünf Silbergroſchen einem längſt gefühlten Bedürfniſſe abzuhelfen im Stande iſt. Bald hatte Gottlieb ein derartiges Lokal aus⸗ findig gemacht. Er brauchte nur ſeiner Naſe nach⸗ zugehen, um in einen Saal zu gelangen, deſſen ganze Einrichtung eine gewiſſe verkommene Eleganz verrieth. Ein lautes Geräuſch von klirrenden Ga⸗ beln, Meſſern und Tellern, ſowie der ſättigende Dunſt verſchiedener Gerichte drang ihm entgegen. An mehreren Tiſchen ſaßen eine Menge junger Leute, welche mit beneidenswerthem Appetite ſich