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ſeiner Kinderjahre, der ſtrahlende Weihnachtsbaum,
das Syhmbol der Familienliebe, die im Sommer wie im Winter, in guten und ſchlechten Tagen ewig grünt. Karl wurde von dieſem Gefühle mächtig
ergriffen. Um die Thränen zu verbergen, machte er ſich in dem benachbarten Laden etwas zu thun
und verließ eilig die Stube. Unterdeß ordnete die Alte wohlgefällig die Geſchenke, auch Vater Hintze kam herbeigeſchlichen und ziſchelte ſeiner Frau Heim⸗
lichkeiten in's Ohr. Dieſe lächelte und nickte nur
mit dem Kopfe, wobei die hellen Augen vor Ver⸗
gnügen ſtrahlten. In der Schlafſtube, welche an
das Wohnzimmer gränzte, ſchien es auch ordentlich
lebendig zu werden. Es liſpelte und ſcharrte, es
kicherte und lachte wie mühſam unterdrückte Weih⸗
nachtsluſt.
Herr Hintze ging jetzt in den Laden, um den Sohn zu rufen.— Komm!— ſagte er— wir wollen heut den heiligen Abend in Frieden und in Eintracht feiern, wie bisher.— Er nahm die Hand des bekümmerten Karl und führte ihn in das Zimmer zurück. — Nun kann es losgehen!— rief der wür⸗


