webt. Alſo geſchah es auch mit der guten Alten. Bald vermochte ſie nicht mehr, die täglichen Ge⸗ ſchäfte zu betreiben. Ihre Schwäche wuchs mit jedem Tage, und ſie konnte nur mit großer Mühe ſich von ihrem Bette erheben.
Als es ſo weit mit ihr gekommen war, da erſchrak erſt Vater Hintze über alle Maßen. Nun jammerte er und lief ſogleich zum Doktor Frank, der ebenfalls ſein Hausarzt war und bat ihn mit Thränen in den alten Augen, keine Mühe und Koſten zu ſcheuen, damit er nur noch einmal die gute Alte wieder herſtelle.
— Das wird ſchwer halten— meinte der Arzt, nachdem er ein genaues Examen mit der Kranken angeſtellt hatte.— Ihr Leid ſitzt tief im Herzen und dagegen nützt keine Medizin.—
— Herr Doktor! nehmen Sie mein ganzes Vermögen— ſchrie der bekümmerte Mann— nur retten Sie mir das brave Weib. Den Verluſt überleb' ich keinen Augenblick!—
— Wenn ich helfen ſoll— entgegnete Herr Frank— dann muß ich vor allen Dingen die Urſache dieſes räthſelhaften Leidens kennen. Hat 18*


