Teil eines Werkes 
1. Band (1852) Christkind-Agnes : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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Verzeihung! Verzeihung! jammerte der Unglückliche.

Nach langen Jahren voll Reue und Buße ſtand der Sünder gereinigt und gebeſſert vor der Betrogenen. Ihr Zittern und Beben verrieth die tiefe, innere Bewegung.

Die Tochter blickte verwundert und ahnungs⸗ voll auf das unerwartete Schauſpiel hin.

Agnes! mein Kind, mein Kind! ſchrie der Blinde bitte mit mir, daß ſie um deinetwillen mir verzeiht.

Sie begriff Alles und reichte erſchüttert dem wahren Vater ihre Hand, dann faßte ſie die wider⸗ ſtrebende Rechte der Mutter und vereinte die Ge⸗ trennten zum höhern Liebesbund.

Das Unglück hatte das Gold von den Schlacken geſchieden. Die Sünde war gebüßt und das weib⸗ liche Mitleid verzieh dem Blinden den Jammer eines ganzen Menſchenlebens in einem rührenden Augenblick.

Agnes liebte ihren Vater ſchon vorher; jetzt erſt von ganzem Herzen, vielleicht um ſo mehr, da er ein Gebrechen an ſich trug, das fortwährend ihr Mitleid für ihn in Anſpruch nahm. Auch