Karl empfing die Nachricht von dieſem Ereigniſſe,
das ihm nicht verſchwiegen bleiben konnte, mit
wahrer Freude. Der Gedanke, daß Agnes die
Tochter des Selbſtmörders ſei, hatte ihn bisher,
trotz ſeiner unbegränzten Liebe zu ihr, oft verletzt
und unangenehm berührt. Jetzt erſt war auch der kleinſte Schatten von ihrer Lichtgeſtalt geſchwunden, und ſie ſtand vor ihm ganz rein und makellos. Dieſes neue Glück wurde nur durch den Gedanken an die nahe bevorſtehende Trennung getrübt. Vater Hintze hatte einmal ſeinen Entſchluß kund gethan und wich und wankte nicht. Karl ſollte ſo bald als möglich das elterliche Haus verlaſſen, und da⸗ gegen halfen alle Bitten und Thränen der guten Mutter nicht.
— Was thuts!— ſagte Karl zu Angnes, der er die traurige Nachricht mittheilte— In einem Jahre bin ich mündig und dann kann kein Menſch auf der Welt etwas dagegen haben, wenn ich dich als mein Weib heimführe.—
Sie antwortete nicht, ſondern lehnte ſich wei⸗ nend an ſeine Bruſt.
— Laß es gut ſein!— tröſtete er ſte— Ich
bleibe dir treu in alle Ewigkeit und du—


