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Blinden wachten, ſchien ihn die alte Verwirrung wieder zu erfaſſen, derenthalben die Leute glaubten, daß es mit ſeinem Verſtande nicht ganz richtig ſei. Er hielt die Harfe in der Hand und ſang ein Lied, das aus früherer Zeit ſtammte, wo er noch mit beiden Augen ſah. Seine Stimme gewann dabei den alten ſchönen Klang, und mächtig wurden beide Frauen von dem tiefen Ausdruck erfaßt, mit welchem er die bekannte Melodie vorzutragen wußte. Beſonders mußte die arme Mutter dabei an ihre Jugend denken und an den Mann, der ſie um ihr Lebensglück betrogen. Grade dieſes Lied hatte ſie ſo oft von ihm gehört. Die Erinnerung erwachte in ihr mit ſolcher Macht, daß ſie ſich, trotz der Tochter Gegenwart, nicht der Thränen zu erwehren vermochte. Sie ſchluchzte Anfangs nur leiſe, dann immer heftiger. Der Blinde hörte ſie weinen, ſeine Stimme zitterte. Plötzlich ſank das Inſtrument aus ſeiner Hand.
— Joſephine!— rief er laut— Joſephine! kennſt du mich nicht mehr?—
Er ſtreckte ihr die Hand entgegen, er tappte nach der ihrigen, die ſie ihm zu entziehen verſuchte.


