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hatte ihn erkannt. Er ſtand vor ihr— Er, an den ſie eben erſt gedacht.
— Agnes, Agnes!— rief er laut— Du biſt unſchuldig, du biſt frei!—
Das war zuviel für ſie. Mit einem lauten Schrei ſank ſie an ſeine Bruſt. Sie hatte das Unglück zu ertragen vermocht, doch die Freude tödtete ſie faſt. Nur wenige Sekunden dauerte dieſe Schwäche. Bald kehrte das roſige Blut in die bleichen Wangen zurück und die ſanften Tau⸗ benaugen ſtrahlten in überirdiſchem Glanz. Das war ein ſeliges Erwachen an des Geliebten Bruſt! Selbſt der rauhe Gefängnißwärter, der doch an ähnliche Scenen gewohnt war, ſtrich ſich mit der knochigen Hand über die Augen. Er verſpürte Etwas darin, was einer Thräne glich.
Auch der Kerker kann zum Himmel werden, und wenn es Gottes Wille iſt, wachſen aus dem dürren Stecken ſüße Mandelblüthen. Das war ein Jauchzen und Jubeln, ein Herzen und Küſſen, dergleichen nie zuvor in dieſen traurigen Räumen geſehn worden, und worüber die Engel droben ihre Freude hatten. Erröthend wurde Agnes zuerſt gewahr, daß ſie nicht mit dem Geliebten allein
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