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1. Band (1852) Christkind-Agnes : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
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aber das war nicht Karl. In der Hand hielt er eine ſogenannte Diebslaterne, welche ihm leuchtete. Sorgfältig ſchaute ſich der Fremde um, den Agnes nicht zu erkennen vermochte. Ein Zweiter folgte

vorſichtig dem Erſten. Ein Päckchen und einige

Dietriche ruhten in ſeiner Hand. Agnes hatte ſich, um nicht geſehen zu werden, in den Keller⸗ winkel gedrückt, von wo aus ſie Alles beobachten konnte. Ein eiſiger Schauer hatte ſie erfaßt, ſie wollte fliehen, doch ſie vermochte nicht; ſie hätte gern geſchrieen, doch der Ton erſtarb ihr in der Kehle. Als ſie wieder um ſich blickte, war die ganze Erſcheinung verſchwunden, und ſte glaubte nur geträumt zu haben. Plötzlich wurde es in der Parterrewohnung laut, welche der Rentier Wieſel bewohnte. Ein Lichtſchimmer drang durch die Spalte der offen gebliebenen Thür. Wie ein Schatten huſchte ein unheimliches Weſen an ihr vorüber und verſchwand im Hofe. Eine zweite Geſtalt ſtürzte heraus und hinter ihr tönte ein gellender Schrei. Diebe! Diebe! rief eine kreiſchende Weiberſtimme. Augenſcheinlich ſuchte der Verfolgte ein Verſteck und nahte ſich der Ecke, in welcher Agnes bebend ſtand. Die Laterne trug