Teil eines Werkes 
1. Band (1852) Christkind-Agnes : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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Traurig ſchüttelte dieſe mit dem Kopfe. Der tröſtliche Gemeinſpruch, den ſie ſchon ſo oft von den bleichen Lippen der Unglücklichen gehört, hatte ſeine Kraft bereits an ihr verloren.

— Vielleicht bekommt Vater doch die Stelle auf dem Holzplatz, von der er neulich ſprach.—

Auch dieſe Hoffnung war nicht ſtichhaltig. Längſt war die Ausſicht auf dieſe Verſorgung ge⸗ ſchwunden; doch das Unglück belügt ſich gern und täuſcht ſich ſelbſt und andere.

— Du weißt es beſſer; die Stelle iſt bereits beſetzt— entegnete Agnes, welche die ganze Größe mütterlicher Liebe, welche in dieſer Lüge lag, nicht zu faſſen vermochte.

— Sie hat Recht. Kein Ausweg, keine Hülfe, — murmelte die Mutter ſtill für ſich.

Auch Agnes war in Nachdenken verſunken. Mit der feinen Hand ſtrich ſie über die bleiche Stirn, als wollte ſie dort einen Gedanken ſuchen, wie dem Elend zu entgehen ſei. Es war vielleicht zum erſten Male, daß die Noth ſie zu ſolchen Anſtrengungen weckte. Kein Wunder, daß daher in ihrem Kopfe die ſonderbarſten Entſchlüſſe und