221
„Was bleibt mir noch auf dieſer Erde?“ fragte er traurig.
„Die göttliche Kunſt; ſie wird Sie tröſten und ver⸗ geſſen laſſen.“
„Und Ihnen?“
„Gott und dieſes Kind,“ antwortete ſie den Knaben, der ſich wieder beruhigt hatte, feſter an ihr Herz drückend. So ſchieden ſie; er ſtarrte ihr noch lange nach wie einer überirdiſchen Erſcheinung, bis ſie ihm für immer ver⸗ ſchwunden war, ihr verklärtes Bild treu im Herzen be⸗ wahrend. „Kommen Sie!“ ſagte er endlich zu dem Souffleur, der ebenfalls Martha begleitet hatte.„Wir müſſen fort. Das Publikum fragt nicht darnach, ob unſer Herz bricht. Wir müſſen vor ihm gaukeln.“
—
Schweigend gingen die Männer neben einander her; der Schmerz hatte ſie trotz des Abſtandes ihrer Stellung zu Freunden gemacht; Beide trauerten um Martha.—
Sie ſelbſt war vorläufig zu den alten Freunden mit dem Knaben zurückgekehrt; ihre Vorausſage war wunder⸗
barer Weiſe in Erfüllung gegangen, ihre Geſundheit zu⸗ rückgekehrt und mit ihr die Kraft, ſich und ihr Kind durch ihre Thätigkeit zu ernähren. Sie ſchlug die angebotene Un⸗


