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terſtützung des Arztes und des Paſtors aus und behaup⸗
tete ihre Selbſtſtändigkeit, indem ſie in dem Städtchen, 1 wo ſich die Anſtalt befand, Unterricht beſonders in Muſik 4 ertheilte. In ihrem neuen Wirkungskreiſe wußte ſie ſich
die allgemeine Achtung durch ihr würdevolles Benehmen
zu erwerben. Der Fehltritt ihrer Jugend wurde von der
Welt, wenn dieſelbe überhaupt Kunde davon erhielt, um
ihrer Tugenden Willen vergeſſen. Man ſprach von Mar⸗
tha nur in Ausdrücken der höchſten Bewunderung; ihre Schüler liebten ſie und die Eltern derſelben ſuchten ſie in
ihre Kreiſe zu ziehen; die beſten Familien fühlten ſich
durch ihren Umgang geehrt. Sie lebte indeß ſtill und zurückgezogen; nach wie vor blieb Getrud ihre einzige Freundin, mit der ſie faſt ausſchließlich verkehrte. Ihre Mußeſtunden brachte ſie in der ihr lieben Anſtalt zu, wo ihr Erſcheinen ſtets ein freudiges Ereigniß für das
ganze Haus war. Der kleine Franz, welcher ſich trefflich entwickelte und nicht die geringſte Aehnlichkeit mit ſeinem
Vater verrieth, begleitete ſie dahin, um mit der kleinen Martha zu ſpielen. Wenn die Mütter die wachſende Nei⸗ gung der Kinder ſehen, dann lächeln ſie wohl im ſtillen 6 Einverſtändniß und in der Hoffnung, das ihre Freund⸗ ſchaft auf die künftige Generation ſich vererben wird. Oft ſprechen ſie von der Vergangenheit, von Rudolph und Baudiſſen, die Martha nie vergeſſen kann und wird.—.


