Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Anerbieten und hören Sie auf die Stimme der Vernunft, wenn Ihr Herz auch nicht für mich ſprechen ſollte. Ich will mich mit der leiſeſten Hoffnung begnügen; ich fordere nichts von Ihnen, als daß Sie mein Haus als ein Aſyl und mich als Ihren natürlichen Beſchützer betrachten mö⸗ gen. Geben Sie Ihrem Sohne den Vater, den er nur ſchwer entbehren kann. Höher ſollen ſich meine Anſprüche nie erheben; ich werde mich mit dem Bewußtſein begnü⸗ gen laſſen, für Sie und Franz zu ſorgen und Sie vor der gemeinen Noth des Lebens zu beſchützen. Mein Wort wird Ihnen für die Wahrheit meiner Geſinnung bürgen.

Dieſer Ausfluß der uneigennützigſten und groß⸗ müthigſten Neigung bereitete ihr nur neue innere Kämpfe. Sie verkannte nicht das Edle ſeiner Geſinnung, die zarte Sorge und Schonung, hinter der ſich ſeine Liebe barg; aber zwiſchen ihr und ihm war jetzt eine unüberſteigliche Schranke aufgerichtet. Es ſchmerzte ſie, den herrlichen Mann zu betrüben und leiden zu ſehen, doch ſie mußte ihm auch die letzte Hoffnung rauben.

Baudiſſen! entgegnete ſie würdevoll;Sie ſind mir der theuerſte Freund, den ich noch auf dieſer Welt

beſitze. Ihr Antrag hätte mich zu jeder Zeit mit Freude

und Stolz erfüllt, um ſo mehr in dieſem Augenblicke, wo Ihnen der Fehltritt meiner Jugend bekannt geworden iſt. Sie haben mich nicht darum verdammt, mir nicht Ihre 1859. XXIII. Eine arme Seele. III. 14