Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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vollkommen verſöhnt war. Martha ſprach er von jeder Schuld frei, und er trug uns auf, ihr die Verſicherung zu geben, daß er ſie noch immer liebe und ſelbſt bis zum letzten Augenblick ihr Andenken bewahrt habe. Faſt ſchien es, als ob er es bereute, mehr dem ritterlichen Stolze als der Stimme ſeines Herzens gefolgt zu ſein. Ach! jetzt wünſche ich ſelbſt, er hätte minder ſchwärmeriſche Be⸗ griffe von der Ehre gehegt; vielleicht lebte er dann noch. Wir armen Menſchen ſollen nicht urtheilen und ver⸗ dammen; nur Gott allein prüft die Herzen und weiß, was ſie verbergen. Oft erhebt er, was die Welt verwirft, und verwirft, was ſie erhebt. Während mein armer Sohn in ähnlicher Weiſe noch mit uns redete, allerlei be⸗ fremdende Aeußerungen that und Anordnungen traf, die wir uns nicht zu erklären wußten und auf Rechnung ſei⸗ ner Melancholie ſchrieben, griff er plötzlich nach der Ge⸗ gend ſeines Herzens; er ſtieß einen tiefen Seufzer aus und ſank mit geſchloſſenen Augen auf den Stuhl nieder. Der ſogleich hiezu gerufene Arzt fand ihn als einen Sterben⸗ den; ein großes Blutgefäß war in der Nähe des Herzens geborſten, was ſeinen Tod unmittelbar zur Folge hatte. Iſt es nicht traurig, daß das Alter ſo die Jugend begra⸗ ben muß, und doch finde ich wieder einen Troſt in der Hoffnung, nicht allzulange Zeit warten zu müſſen. Wir werden uns bald wiederſehen. Ich wende mich zu Dir,