Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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mein alter Freund, in meinem größten Schmerze, nicht um Deinen Troſt zu hören, ſondern weil ich mich mit Dir von dem Todten am beſten unterhalten kann. Du haſt ihn von Jugend auf gekannt, ihn wie ich wegen ſei⸗ ner reinen Empfindungen, ſeiner edlen Geſinnung geliebt. Darum rufe ich Dir aus der Ferne mein Leid zu; Du wirſt mein Echo ſein und mir antworten. Vor allen Din⸗ gen aber bitte ich Dich, in ſchonender Weiſe nach dem Wunſche meines Sohnes Martha mit dem traurigen Er⸗ eigniſſe bekannt zu machen. Sage ihr, daß er ſie nur zu ſehr geliebt, daß er ihr vergeben habe; ſage ihr, daß ich ſie nicht anklage, daß ich ſie wie er ſelſt von jeder Schuld freiſpreche, daß der Segen eines armen, betrübten Vaters ſie umſchwebt. Auch ſie leidet wie wir; wir weinen ja an demſelben Grabe, wir klagen um denſelben Todten. Ich weiß, wie ſehr ſie ihn geliebt, daß ſie ihn eben ſo wenig wie wir vergeſſen wird. Ihr Schmerz wird mit dem unſrigen ſich vereinen. Ihre Liebe gibt ihr ein Anrecht auf unſere Verzeihung, die Liebe und der Tod verſöhnen uns für immer.

Nachdem Martha den Brief geleſen, küßte ſie das von ihren Thränen benetzte Blatt; ſie bat den Paſtor, es behalten zu dürfen, was dieſer ihr auch gern ge⸗ ſtattete.

Ich bin nicht würdig, fügte ſie hinzu,dem