Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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dem Tode ſeines Sohnes. Sie las mit gebrochenem Herzen die traurigen Zeilen:Geſtern haben wir un⸗ ſern einzigen Sohn begraben; er ruht unter der Pyra⸗ mide des Ceſtus, fern von der Heimath und in fremder Erde. Du wirſt die Größe unſeres Schmerzes ermeſſen und theilen. Sein Tod kam uns Allen unerwartet, da ſich ſelbſt die erfahrenen Aerzte von ſeinem Ausſehen täuſchen ließen; nur er allein hatte längſt jede Hoffnung auf Geneſung aufgegeben, obgleich er ſorgfältig dieſe Ueberzeugung vor uns verbarg und bis zur letzten Stunde uns zu beruhigen ſuchte. Es war dies die einzige Lüge, womit er, ſo lang er lebte, ſeine Eltern betrübte. Wenige Minuten vorher ließ er ſich die Kopie des Bildes brin⸗ gen, von dem ich Dir geſchrieben, daß es eine überraſchende Aehnlichkeit mit Martha zeige. Er hatte eine getreue Nachbildung ſich heimlich verfertigen laſſen und dieſelbe ſorgfältig vor uns zu verbergen gewußt. Jetzt zog er den grünen Vorhang fort, womit das Bild ſtets bedeckt war. Seine Augen feſt darauf gerichtet, ſprach er zum Erſten⸗ mal ſeit ſeiner Abreiſe wieder in unſerer Gegenwart ihren Namen aus; er bat uns mit der rührendſten Stim⸗ me von der Welt, ihr zu vergeben, ſo wie er ihr längſt verziehen hatte. Beſonders richtete er ſeine Worte an die Mutter, welche noch immer ihren Groll über jenes un⸗ glückliche Ereigniß nicht bezwingen konnte, bis auch ſie