Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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ben geneigt war. Martha empfing all' dieſe Nachrichten mit tiefer Bewegung, die ſie jedoch ſorgfältig bemeiſterte; ſie hörte von Rudolph wie von einem Todten reden. nur im Stillen weinte und betete ſie für ihn.— Eines Tages, als ſie eben von einem Kranken in der Umgegend, den ſie im Auftrage des Arztes beſucht hatte, zurückkehrte, fand ſie den Paſtor und ihre Freunde im Geſpräch begriffen, das bei ihrem Eintritte ſogleich verſtummte. Getrud ſchien ihre Thränen ſchnell verbergen zu wollen, während der Paſtor den ſchwarz geſiegelten Brief, den er noch in den Händen hielt, verlegen in die Taſche zu ſtecken verſuchte. Er ſtellte ſich dabei ſo unge⸗ ſchickt an, daß das Schreiben ſeinen zitternden Händen entſank und auf die Erde fiel. Martha bückte ſich dar⸗ nach, um es aufzuheben, was er zu verhindern wünſchte. Sie war jedoch ihm zuvorgekommen und hielt den Brief bereits in Händen, wobei ſie ſich nicht enthalten konnte, einen flüchtigen Blick auf die Adreſſe zu werfen. Das Schreiben war von Rom datirt; eine furchtbare Ahnung durchzuckte ſie. 3„Er iſt todt!“ rief ſie erſchüttert mit tonloſer Stimme. Die Anweſenden blickten ſchweigend zu Boden; Kei⸗ ner wagte ihr zu antworten, nur in ihren Mienen konnte ſie die Beſtätigung ihrer Befürchtung leſen. Getrud eilte auf ſie zu und fing die Wankende in ihre Arme auf. Der 13*