Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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ten Nachrichten des Barons nicht allzu tröſtlich. Auf dem Boden Italiens hatte ſich das befürchtete Herzübel des Sohnes in überraſchend ſchneller Weiſe ausgebildet, indeß gaben die dortigen Aerzte noch immer die beſte Hoffnung für ſeine Geneſung. Sie hatten Ruhe und Zerſtreuung empfohlen, an die jedoch bei Rudolph nicht zu denken war. Am liebſten verweilte er auf den Trümmern des alten Roms und unter den Ruinen der Siebenhügelſtadt, wo der Anblick der zerſtörten Größe und Schönheit mit ſeinen eigenen Erinnerungen und Gefühlen zu har⸗ moniren ſchien. Ganze Tage brachte er, nach den Briefen des Barons, in dem Coloſſeum zu, wo er wie der ran⸗ kende Epheu reiche Nahrung für ſeine melancholiſche Stimmung aus dem zerfallenen Gemäuer ſog. Auch für die Meiſterwerke der Kunſt zeigte er wenn auch ein min⸗ der großes Intereſſe; er hatte in einer Gallerie ein weib⸗ liches Portrait von Rafael entdeckt, welches eine auffal⸗ lende Aehnlichkeit mit Martha beſaß; ſeitdem wanderte er faſt täglich dahin, ohne ſich von gutem oder ſchlechtem Wetter zurückhalten zu laſſen. Sein Vater ſelbſt hatte ihn mehreremal verſunken im Anſchauen des Bildes gefunden, das ihn mit derſelben magiſchen Gewalt wie das Origi⸗ nal feſſelte.— Seit einiger Zeit jedoch fehlten alle Briefe und Nachrichten von den Reiſenden, was der gute Paſtor auf Rechnung der ſchlechten italieniſchen Poſten zu ſchrei⸗