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und dufteten, die kaum ausgekrochenen Schmetterlinge regten ihre zarten Schwingen, und das Töchterchen Ge⸗ trud's, welches viel im Freien war, ſtreckte ſeine kleinen Hände verlangend nach der ſchönen Welt und jauchzte ihr bereits entgegen. Alle Welt freute ſich mit der wieder⸗ erſtandenen Natur, nur Martha war in der letzten Zeit wieder leidender geworden. Sie klagte nicht, und doch hatte ihre Geſundheit ſichtbar abgenommen; ihr Körper ſchwand dahin, ohne daß ſie wirklich kank war. Sie glich einem Lichte, das ſich ſelbſt verzehrt, aber im Erlöſchen noch einmal und um ſo heller und kräftiger aufleuchtet. Man konnte nicht ohne Rührung und Bewunderung die gebrechliche, faſt durchſichtige Geſtalt und das ſchöne blaſſe Geſicht ſehen, welches an die Zartheit und ätheriſche Farbe einer weißen Roſe mahnte. Eine unnennbare Wehmuth war über ihr ganzes Weſen ausgegoſſen, das in ſeiner Hinfälligkeit einen geiſtigen Adel an ſich trug.—
Während des Winters war der würdige Paſtor bald allein, bald in Begleitung ſeiner Frau ab⸗ und zu⸗ gekommen, um ſie und die befreundete Familie des Arztes zu beſuchen; er brachte Martha Nachricht von Rudolph und deſſen Eltern, die ihm regelmäßig ſchrieben und Be⸗ richt erſtatteten. Sie hatten nach einem längeren Auf⸗ enthalte Paris verlaſſen, um den Karneval und das Oſterfeſt in Rom zuzubringen. Von da lauteten die letz⸗
1859. XXIII. Eine arme Seele. III. 13


