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„Das nicht, aber der Blick will mir nicht gefallen. Ich kenne ſolche Augen, die über das Grab ſchauen und aus denen die Seligkeit des Jenſeits Einem ſchon hienie⸗ den entgegenſtrahlt. Solche Menſchen leben zwar, aber nicht für dieſe Welt.“
Dennoch erholte ſich Martha anſcheinend; ihr Kör⸗ per wurde ſtärker, ihr Ausſehen geſünder; ſie ſehnte ſich nach Beſchäftigung, welche ſie auch in der Anſtalt hin⸗ länglich fand; bald wußte ſie ſich auch hier nützlich und unentbehrlich zu machen. Ihr Aufenthalt dehnte ſich länger aus, als urſprünglich beabſichtigt war, da Getrud täglich ihrer Entbindung entgegen ſah und deshalb alle Anſtrengungen vermeiden mußte. Gern nahm ihr Mar⸗ tha die Laſt des weitläufigen Hausweſens ab, wozu ihr der Paſtor um ſo lieber die Erlaubniß gab, da ſeine Frau nach ihrer Geneſung ihre Stelle vollkommen auszufüllen im Stande war.— Nach einiger Zeit genas Getrud von einem reizendem Mädchen, das in der Taufe Martha's Namen erhielt.
„Gott gebe dem Kinde ſeinen Segen,“ betete ſie im Stillen,„und bewahre es vor jeder Verſuchung.“
Sie konnte die Kleine nicht ohne tiefe Wehmuth ſehen; ihr Anblick erinnerte ſie an den eigenen Verluſt. Auch ſie hatte einſt ein ſo zartes, liebliches Weſen auf ihren Armen gewiegt und durch eigene Schuld verloren.


