Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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ſprach. Jenes Gefühl, das ſie in Gethſemane beim An⸗ blick der Oberin empfunden und damals gewaltſam unter⸗ drücken mußte, brach jetzt dem Paſtor gegenüber mit er⸗ neuerter Gewalt hervor. Wie zu jener Zeit empfand ſie auch jetzt das unwiderſtehliche Bedürfniß, ihr beladenes Herz auszuſchütten und ein reuiges Geſtändniß ihrer Schuld dem ihr fremden und doch ſo ehrwürdigen Manne abzulegen. Sie verſchwieg ihm nichts, weder ihre Ver⸗ irrungen, noch ihre durch eigene und noch mehr durch fremde Schuld befleckte Vergangenheit. So legte ſie ihm offen ihr ganzes Innere blos mit einem für ſie ſelbſt unbegreiflichen Vertrauen. Sie machte ihn, den Un⸗ bekannten, zum Richter ihrer Handlungen, zum Beur⸗ theiler ihrer geheimſten Gedanken, zum Zeugen ihrer aufrichtigen Reue. Es war ein Geſtändniß, wie es ſonſt nur die katholiſche Kirche unter dem Siegel der Beichte zu empfangen pflegt, ohne Rückhalt, ohne jede Beſchöni⸗ gung. Es drängte ſie, wie mit überirdiſcher Gewalt, vor dem Paſtor Alles zu bekennen, was auf ihrer Seele la⸗ ſtete, und ihr Urtheil aus ſeinem Munde zu vernehmen. Ihre leidenſchaftliche Aufregung, ihre offene Natur und eine gewiſſe religiöſe Verehrung für ſeine geiſtliche Stel⸗ lung riſſen ſie zu einer Offenheit hin, welche unter andern Umſtänden ihr ſelbſt unerklärlich geweſen wäre.— In ſolchen Augenblicken, wo das gequälte und ſchwer bela⸗